Calaf /Spanien 2010
Einige Informationen über das Dorf und seine Gegend
Calaf ist ein Dorf im Nordosten von Spanien in der Provinz von
Calaf mit 3.630 Einwohnern. Die Gegend lebt vor allem von der Landwirtschaft und verschiedenen Industrien.

Die Sehenswürdigkteiten von Calaf sind die Schloßruinen auf der Anhöhe über der Stadt sowie die gothische Kirche Sant Jaume.
Letztes Schuljahr haben einige Schüler/Innen aus Calaf Datteln besucht. Anschließend sind die Comenius-Schüler/Innen nach Spanien geflogen und haben folgende Berichte über ihre Erfahrungen geschrieben.
Bueenoo
Auch in diesem Jahr fand natürlich wieder der mittlerweile dritte Austausch zwischen den Dattelner Schülern der 11. Klasse und Schülern der kleinen Stadt Calaf bei Barcelona statt. Bevor wir uns aber ins Abenteuer Spanien begaben, waren die 14 katalanischen Schülerinnen und Schüler vom 02. bis zum 08. Februar bei uns in Datteln zu Gast. Von dieser Woche berichtet der nun folgende Artikel.
Früh machten wir uns an diesem Montagabend auf, um zum Abholen unserer Gäste ja nicht zu spät zu kommen. Dies stellte sich als erste kleine Panne heraus: Als wir am Dortmunder Airport ankamen, sahen wir, dass der Flieger aus Barcelona eine gesamte Stunde zu spät kommen würde. Zumindest hatten wir noch Zeit uns die letzten spanischen Vokabeln und Sätze klarzumachen, was mehr oder weniger gut klappte. Außerdem fanden wir Spaß daran zu mutmaßen, welche Charakterzüge die Chicas bzw. Chicos so an sich haben würden: Von „heftiger Biker“ bis „totaler Assi“ war alles dabei; man sieht also, dass wir uns überhaupt keine Vorurteile bildeten und einfach gespannt abwarteten. Als es dann endlich so weit war und wir durch die Glastür zur Gepäckausgabe schon einige von ihnen zu Gesicht bekamen, pochte uns allen das Herz bis an die Kehle. Als sie dann aber aus dieser Glastür zu uns hinaus kamen, hielt sich die Aufregung nicht mehr in Grenzen: Sofort stammelten wir Fragen wie „Commö tä jammaß“ oder „ke tall“ und die Jungs genossen die Begrüßungsküsschen der „schönen chicas“. Nach der Einteilung unsere Gäste zu den jeweiligen Familien fuhren wir dann auch ins geliebte Heim zurück, wo uns die jeweiligen Austauschpartner auch direkt mit Gastgeschenken geradezu überhäuften: Von der spanischen Salami bis zum Portmonee aus Barcelona gab es wirklich viel zu bestaunen. So ging der erste Abend nach dem Auspacken und „Gesprächen“ (meistens dienten wir Schüler als Dolmetscher) vorbei und wir konnten in den Familien bilanzieren: Alle unsere Ängste und Vorurteile ergaben zum Glück keinen Sinn mehr, denn unsere ausländischen Gäste machten einen total sympathischen und vernünftigen Eindruck.
Dieser erste Eindruck sollte sich am ersten „richtigen“ Tag auch bestätigen, der mit 2 Stunden in der Schule begann. Die meisten von uns fanden uns im Physikraum wieder, in dem wir beim Unterricht von Herrn Düllmann feststellen müssen, dass unser Wissenstand im Bereich der Technik doch stark hinterherhinkt, da die Spanier auch ohne Kenntnisse in der hochdeutschen Sprache physikalische Aufgaben mit Leichtigkeit lösten. In den zwei Stunden danach hatten unsere (den Austausch organisierenden) Lehrer Frau Bednarz und Herr Benning ein Volleyballturnier geplant, bei dem der Funke wohl zum ersten Mal übersprang, da wir in gemischten Teams zusammen spielten. Nach einer kurzen Erholungspause ging es dann mit einer Stadtführung und einem offiziellen Besuch bei unserem Bürgermeister. Am Nachmittag ließen wir den offiziellen Teil schließlich mit einem gemütlichen Beisammensein bei Kaffee und Kuchen ausklingen. Nach diesem stimmte die Chemie wohl endgültig, und die inoffizielle Planung für den Abend konnte beginnen…
Den Mittwoch füllte ein Ausflug nach Köln aus, der eine längere Busfahrt mit sich zog, bei der sich auch langsam eine richtige Klassengemeinschaft bildete: Man stellte sich gegenseitig seine Lieblingsmusik vor und sang zusammen (auf Anweisung von einem gewissen Herrn Garcia) den berüchtigten „Fahrradlenker“, bei dem wohl kaum jemand etwas verstand, aber trotzdem lautstark mitgegrölt wurde.
In Köln selbst wurde uns durch einen kurzen Dokumentarfilm der Dom vorgestellt, den wir danach auch besichtigten. Auch unsere zweite sportliche Aktivität mit unseren neuen Freunden ließ nicht lange auf sich warten: Wir „erklimmten“ die Spitze des Doms, für die wir 512 Stufen steigen mussten. Danach ging es direkt in die Altstadt, bei der vor allen Dingen die altdeutschen Häuser Kölns imponierten. Nach diesem „Kölner Marathon“ kam der wohl für alle aufregendste Teil des Tages: Das Shopping! Auch wenn wir nicht mehr soviel Zeit hatten, stellten wir fest, dass sich die spanische und deutsche Modewelt doch sehr glich, was wir vorher nicht gedacht hätten. Hiermit endete dann auch der Tag und es ging wieder zum Abendessen zurück in die Familien.
Auch am Donnerstag war die Besichtigung einer Stadt, besser gesagt ihrer Hauptattraktion angesetzt: Oberhausen mit seinem Gasometer. Sechs mutige Dattelner nahmen die erneuten Treppen natürlich auch direkt in Anspruch. Auf dem Dach und einer herausragenden Aussicht auf den gesamten Kohlenpott, später ging es für die begeisterten Spanier ins Centro.O. Zum Entsetzen unserer Jungs häuften sich unsere „chicos“ nur so mit Bayern-Fanware ein, was ihren Status aber keinesfalls heruntersetzen konnte.
Am Abend ging es dann auf ein paar Gläschen (natürlich Softdrinks!!! :P) ins Johny Canone. Hier hatten unsere Freunde viel Spaß, sich beim Karaoke-Wettbewerb des Hauses zu beweisen.
Die letzte Exkursion war für den Freitag nach Münster angesetzt. Hier besuchten wir die „High-Hill“ Kletterhalle. Nach gefühlten Stunden mit Sicherheitserklärungen, Kletterstrategien etc. hatten alle Beteiligten riesigen Spaß, sich auf den vielen Quadratmetern (natürlich immer auf Anweisung) zu bewegen. So ging es gut gelaunt in die Innenstadt, wo wir den Friedensaal von innen und den Dom von außen besichtigen konnten. Auch hierüber wurde, wie übrigens an jedem der Tage, wieder von Schülern ein Vortrag über die Sehenswürdigkeiten gehalten. Diese letzte offizielle Fahrt klang dann erneut durch Shoppingtouren aus.
Für den Abend war eine Abschlussparty bei Reinhardts in Ahsen geplant, diesmal auch mit den begleitenden Lehrern. Wie lange diese den Abend durchhielten, sei auch mal dahingestellt ;) Jedenfalls fand die „Ausflugswoche“ hierdurch einen würdigen Abschluss.
Ein „Familien-Tag“ war der offizielle Plan des Samstags. Am Abend machten die meisten Teilnehmer noch einmal eine erneute Abschlussparty im traditionellen Haus der Großmutter Christians. Hierbei hielten wir uns natürlich an die abgemachte Bettruhe um 22 Uhr, wobei allerdings nicht gesagt wurde, wann wir wieder aufstehen durften.
Sehr müde fing also der Sonntag, das Datum des ersten Abschiedsnehmens, an. Die jeweiligen Familien brachten ihre Gäste noch zum Flughafen, wo sie dann von der gesamten Gruppe (nicht ganz ohne feuchte Augen) wieder verabschiedet wurden. Auch nach Aussagen der Spanier zu schließen war der Rückflug bzw. die Rückfahrt wohl nicht so ganz angenehm. Dass er Abschied in Spanien selbst aber viel schwerer sein würde, daran dachten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Allgemein können wir ganz klar festhalten, dass die Woche hier als auch die Woche in Spanien (unsere Mitschülerinnen berichten) eine ganz klare Lebenserfahrung war, bei der man neue Freunde im entfernten und doch so nahen Calaf gefunden hat. Als kleiner Haken erwies sich natürlich die Müdigkeit, die bis zum eigenen Besuch in Spanien dann auch anhielt. Aber auch diesen Haken kann man durch gekonntes Einbringen von Worten wie „bueenoo“ wieder wettmachen.
Gracias y adiós.
Christian Puhl und Jan Stammler
Calaf – Datteln 2009

Nach 17 Tagen, das heißt nach über 400 Stunden, war es endlich soweit - mehr als zwei Wochen, nachdem die spanischen Austauschschüler zurückgeflogen sind, flogen wir nun nach Spanien!
Treffen war am Flughafen Dortmund. Als dann endlich zwei Stunden Flug überstanden waren, landeten wir bei strahlendem Sonnenschein in Barcelona.
Nach einer weiteren Stunde Busfahrt kamen wir schließlich in Calaf an und wurden sofort herzlich von „unseren“ Spaniern und deren Familien begrüßt.
Am späteren Abend, nachdem wir in unseren Gastfamilien gegessen hatten, trafen wir uns mit den anderen Leuten vom Austausch in Solsona, wo wir den spanischen Karneval erleben konnten.
Am Donnerstag Morgen war Treffen in aller Frühe vor der Schule „Alexandre de Riquer“.
Gemeinsam mit unseren Spaniern sowie weiteren Austauschschülern aus Italien fuhren wir nach Tarragona.
Bei sonnigem Wetter besichtigten wir erst einige alte römische Bauwerke, danach gaben uns Frau Bednarz und Herr Benning ausreichend Zeit Shoppen zu gehen oder einfach nur am Meer die Sonne zu genießen.
Zurück in Calaf haben wir uns in einer Bar getroffen und verbrachten den Abend in spanisch-deutsch-italienischer Gesellschaft.
Am Freitag machten wir eine ausführliche Stadtführung durch Calaf, später kehrten wir in die Schule zurück und erfuhren, warum wir uns an diesem Tag komplett schwarz oder weiß anziehen sollten: Es war Karneval!
Für die Spanier bedeutet das, dass sich jeder Jahrgang unterschiedlich verkleidet und auf dem Schulhof sein jeweiliges Thema präsentiert.
Für uns hieß das: Wir waren Dominosteine! Nachdem wir uns schwarze oder eben weiße Punkte auf unsere Sachen geklebt haben, spielten wir auf dem Schulhof eine Runde Domino-Day.
Zum Mittagessen blieben wir in der Schule, da unsere Gastfamilien ein reichhaltiges Buffet mit spanischen und katalanischen Spezialitäten vorbereitet hatten, anschließend verbrachten wir den restlichen Nachmittag (bei mindestens 30°C im Schatten) auf dem Schulgelände, einige spielten Fußball, andere Basketball, bis wir uns schließlich um 19:00 vor dem Rathaus trafen, um die Bürgermeisterin Calafs kennen zu lernen.
Da spanische Partys üblicherweise erst dann beginnen, wenn die Partys in Deutschland fast zu Ende sind, trafen wir uns alle gegen Mitternacht auf der „Garagen-Party“ eines spanischen Freundes.
Am Samstag und Sonntag unternahmen alle etwas mit ihrer Gastfamilie, feierten und schliefen aus.
Am Montagmorgen war es dann erneut soweit: Wir mussten uns von unseren Spaniern, die wir während unser gemeinsamen Zeit wirklich ins Herz geschlossen hatten, verabschieden.
Unter Tränen beteuerten wir uns gegenseitig, dass wir garantiert den Kontakt halten würden.
Auch der Gedanke an Barcelona konnte uns alle nicht wirklich aufheitern und als wir schließlich im Bus saßen, weinten (vor allem wir Mädchen) immer noch.
Doch im Bus lockerte sich die Stimmung, je näher wir Barcelona kamen, und als wir kurz darauf am „Parc Güell“ hielten, waren die meisten wieder gut drauf.
Anschließend machten wir einen kurzen Stop an der berühmten Kathedrale „La Sagrada Familia“, entworfen von dem weltbekannten Architekten Antoni Gaudi.
Von dort ging es schließlich weiter zu unserem Hostal, welches direkt an den Ramblas lag.
Nach einer Stadtführung hatten wir freie Zeit und die meisten Mädchen stürmten die Läden, die alle unmittelbar um unser Hostel herum lagen.
Am Dienstag besichtigten wir das Gaudi-Museum, hatten anschließend Gelegenheit ins Picasso Museum zu gehen, flanierten im nahe gelegenen Ciutadella-Park herum oder gingen Richtung Columbus-Denkmal zum Strand bzw. zum Maremagnum, einem modernen Einkaufszentrum am Meer. Abends trafen wir uns im „Tapa Tapa“, wo wir alle zusammen Abend gegessen haben.
Am Mittwoch ging es dann in die wunderschöne Kathedrale der Altstadt. Wir konnten noch einmal tief das mittelalterliche Flair einatmen und das Treiben der Metropole beobachten und schon ging es ab zum Bus.
Mittags fuhren wir dann zum „aeropuerto“ und flogen dann heim nach Deutschland, wo uns direkt schlechtes Wetter erwartete.
Alles in allem war unsere Zeit in Spanien perfekt.
Wir glauben, dass niemand von uns gedacht hätte, dass solche tiefen Freundschaften zwischen den Spaniern und uns entstehen würden, aber wir verstanden uns alle vollkommen, sogar so gut, dass einige von uns in dem Sommerferien erneut nach Calaf fliegen werden!
Wir Beteiligten vom „Intercambio Datteln – Calaf“ möchten euch allen wirklich ans Herz legen, Spanisch zu wählen und ebenfalls beim Austausch mitzumachen.
Und Leute, denkt dran: Desgraciado en el juego, afortunado en amores. ;)



