Erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar – Am Comenius 2021 in Distanz

Am 27. Januar 2020 befanden sich die Schüler*innen des Projektkurses "menschen gedenken" in Krakau auf Spurensuche jüdischen Lebens. In diesem Schuljahr ist alles anders. Zeitzeugenbesuche, Gedenkstättenfahrten der 9er zur Gedenkstätte Wewelsburg und eine deutsch-polnische Begegnung in Berlin am Holocaust- Denkmal mussten abgesagt werden. Corona sollte aber nicht auch noch dafür sorgen, dass die Opfer des Nationalsozialismus an diesem besonderen Tag des 27. Januars in Vergessenheit geraten. An diesem Tag im Jahr 1945 wurde das  Vernichtungslager Auschwitz befreit. Seit 2005 wird an diesem Tag den Opfern des Holocaust international gedacht. Auch wenn die Gedenkveranstaltungen in diesem Jahr nicht wie geplant stattfinden konnten, hat die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus am Comenius keine Pause gemacht.
 
Für die Schüler*innen am Comenius ist der 27. Januar nämlich nicht irgendein Tag. In den vergangenen Jahren haben Schüler*innen aus der Oberstufe neben dem ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz auch die Gedenkstätten in Buchenwald, Majdanek und Groß-Rosen besichtigt und die unfassbaren Ausmaße des Nationalsozialismus vor Ort erfahren. Sie mussten realisieren, was Menschen Menschen angetan haben. In einem mit Videoinstellationen gestalteten Raum in Erinnerung an die Shoa in Auschwitz mahnt Primo Levi als Überlebender die Verantwortung, nicht Schuld, aller nachfolgenden Generationen an: „Es ist geschehen, folglich kann es wieder geschehen“. Seine Forderung ist eindeutig: Engagiert euch, bleibt wachsam, damit Auschwitz sich nicht wiederholt!
 

Das Erinnern und Gedenken gestalteten die Jugendlichen ab der Klasse 9 auf unterschiedliche Art und Weise. Von ihren Geschichtslehrer*innen dazu motiviert, nahmen Schüler*innen an der „Langen Nacht der Zweitzeugin*innen“ teil und erfuhren (Über)Lebensgeschichten von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Andere streamten die Inszenierung  „Das Tagebuch der Anne Frank“ des Theaters Münster oder beobachteten über den Tag verteilt die mediale Präsenz des Gedenkens in Zeitung und Fernsehen, schauten etwa die Gedenkveranstaltung im Bundestag, Dokumentationen über jüdisches Leben in Deutschland heute, um anschließend über die Bedeutung des 27. Januars und die Formen der Aufarbeitung zu sprechen. Darüber hinaus nahmen sich Schüler*innen die Zeit und beteiligten sich an der internationalen Aktion #WeRemember, hielten mehr als einen Augenblick daheim inne und gedachten den Opfern des Nationalsozialismus in aller Stille. „Wir müssen alle etwas dafür tun, damit sowas Grausames niemals wieder passiert!“, so eine Schülerin, die ihrem Foto ihre Motive zur Teilnahme und Gedanken zum 27. Januar hinzufügte.

 

S. Homann

"Im Stillen gedenken" - Erinnern an die Opfer der Reichspogromnacht

Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 7,9 und Q1 haben im Rahmen der AG "Schule ohne Rassismus" ein Zeichen für die Opfer des Nationalsozialismus setzen wollen und in dem Eingangsbereich des Gymnasiums ihren Beitrag zum Erinnern und Mahnen gemeinsam erarbeitet. Sie stellten die Namen der Dattelner Juden mit ihrem Geburtsdatum an den Anfang eines Lebensweges, der ab 1933 von den Nazis zerstört wurde. Die Deportation der Dattelner Juden nach Riga 1942 und die Ermordung steht für die Schülerinnen und Schüler am Ende des Lebens, welches durch Stacheldraht gekennzeichnet ist. Schattenfiguren stehen stellvertretend für das Leben der Juden aus Datteln, welches heute so nicht mehr existiert. Die Namen der Dattelner Juden, die fliehen und überleben konnten, werden genannt, denn auch ihre Wege sind durch die Nazis beeinflusst worden.
Die Illustration vor dem Denkmal im Schulgebäude, welches an die gestorbenen Soldaten beider Weltkriege erinnert, irritiert. An dieser Stelle wird der Bruch aufzeigt: Die Jugendlichen wollen vor allem den Opfern von Gewalt und Terror erinnern, da diese in der Gestaltung des Denkmals nicht stattfinden.

Darüber hinaus werden die Jugendlichen zu

 "Dass Auschwitz nicht noch einmal sei" (Adorno) - Q2- SchülerInnen gestalten Gedenktag zum 27. Januar

Schüler der Q2 mit unserem Dezernenten Dr. Röken

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5b beschreiben Bilder von Kindern, die stolz und lächelnd ihre Schultüten in die Kamera halten. Die Fünftklässler sind sich einig, dass sich alle auf den Bildern wohl auf ihren ersten Schultag freuten. „Was wisst ihr noch so über euren ersten Schultag?“ fragen die drei SchülerInnen des Lk Geschichte der Q2. Sie haben die Bilder in der Klasse verteilt, um mit der 5b darüber zu sprechen, dass diese jüdischen Kinder, die sich so sehr auf ihre Einschulung freuten, in den kommenden Jahren Erfahrungen in der Schule machen mussten, die von Ausgrenzung, Diskriminierung und auch Verfolgung geprägt waren. So durfte beispielsweise der sechsjährige Gerhard am Tag seiner Einschulung nicht mit auf das Klassenfoto, weil er Jude war und der fünfzehnjährige Karl wurde 1937 von Mitschülern auf dem Schulweg mit Steinen beworfen und beschimpft, weil er Jude war. Die kleine Ruth wurde 1938 von ihrem Lehrer informiert, dass es ihr nun verboten sei, zur Schule zu kommen.

Unvorstellbar für die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5b und 5c, die viele Fragen haben an die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Geschichte der Q2, die heute in verschiedenen Klassen anlässlich des Gedenktags zur Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum Thema „Nationalsozialismus und Holocaust“ arbeiten.

 

Max und Tristan sind in der Klasse 7a zu Gast, die im Deutschunterricht gerade „Die Welle“ liest und fragen zu Beginn die SchülerInnen nach ihrem Vorwissen. „Juden wurden nach Auschwitz gebracht und dort vernichtet, weil Hitler es so wollte“, äußert ein Mitschüler. Die Siebtklässler erfahren nun, dass es eine Verbindung zwischen Auschwitz und Datteln gibt und begeben sich mit ihnen zu Fuß in die Innenstadt, um die dort zur Erinnerung an die jüdischen Familien gelegten Stolpersteine zu zeigen, welche den Siebtklässlern zum größten Teil so noch nicht aufgefallen waren. In der Zwischenzeit berichtet Erna de Vries in der Klasse 8b von ihren Erlebnissen in Auschwitz. Sie habe damals ihre Mutter freiwillig begleitet, da sie sich nicht von ihr trennen wollte. In letzter Minute wurde sie aus dem Todesblock gerettet, um zur Arbeit eingesetzt zu werden. Die SchülerInnen des Lks haben einige Szenen aus einer Dokumentation ausgewählt und wollen die Überlebende so, wenn auch nicht persönlich anwesend, selbst zu Wort kommen lassen. Auch diese Klasse wird anschließend in die Dattelner Innenstadt gehen, um anhand der Stolpersteine die Geschichten jüdischer Familien in Datteln näher kennen zu lernen. Die Geschichte ist für die jüngeren SchülerInnen immer schwerer zu fassen, da die Ereignisse unvorstellbar und so weit weg erscheinen. Heute erfahren sie, dass der Holocaust auch Spuren in Datteln hinterlassen hat.

 

 

 Seit nun 20 Jahren findet in Deutschland dieser Gedenktag zur Erinnerung an die vielen Opfer der Vernichtung in Auschwitz statt. Anlässlich der am Tag darauf folgenden Exkursion der Leistungskurse nach Krakau und Auschwitz haben sich die SchülerInnen vorgenommen, in der Schule ihren  eigenen Beitrag zum Erinnern und Gedenken zu gestalten. Während der inhaltlichen Vorbereitung auf die Fahrt hat sich der Lk Geschichte von Frau Böhlke mit der Forderung Adornos auseinandergesetzt, „dass Auschwitz nicht noch einmal sei“ und sich dafür entschieden, mit einzelnen Klassen ins Gespräch zu kommen und die Bedeutung des Erinnerns hervorzuheben. „Das muss in Erinnerung bleiben und sowas darf es nicht noch einmal geben“, sagte ein Schüler während er die Bilder zusammenlegt, die er für die Arbeit mit der Klasse 9 herausgesucht hat. Diese Bilder zeigen brennende Flüchtlingsheime und Aufmärsche mit deutlich erkennbaren Nazi-Symbolen.

 

 

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